Helgolands Kegelrobben

Dezember 28, 2012
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In der Vorweihnachtswoche besuchte ich erstmals die Nordsee-Insel Helgoland. Der Grund meines Besuchs: die Kegelrobben. Bis Mitte der 80er Jahre galten diese in deutschen Gewässer aufgrund intensiver Jagd fast als ausgestorben. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Kegelrobben seit Mitte der 90er Jahre wieder regelmäßig im Winter nach Helgoland kommen, um ihre Jungen auf die Welt zu bringen.

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Wind und Sand auf Helgoland

Helgoland besteht genau genommen aus zwei Inseln: zum einen Helgoland selbst und zum anderen die Badeinsel „Düne“, auf welche man mit der Dünenfähre gebracht wird. Wir verbrachten jeden Tag ca. 4 Stunden dort. Während man auf Helgoland durch die dichte Bebauung vor dem Wind noch einigermaßen geschützt ist, ist man diesem auf der Düne komplett ausgesetzt. Der Wind fegte den Sand derart über den Strand, dass in manchen Momenten überhaupt keine vernünftige Sicht mehr möglich war

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Der mit dem Wind kämpft

Der Sand kroch in die Augen, in die Ohren, in die Jackentaschen etc. Nicht nur mir machte das zu schaffen, sondern auch die Jungtiere hatten mit dem Sand zu kämpfen.

Dieses Jungtier entdeckte ich im Sand liegend zwischen zwei Mauerstücken. Es war gerade wenige Tage alt und wurde von der Mutter noch sehr genau bewacht. Ich habe mich eine ganze Weile ruhig in der Nähe aufgehalten, bis die Mutter sich an mich gewöhnt hatte und ich diese Bilder machen konnte.

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Von Müttern und Kindern

Die Anzahl der Geburten auf Helgoland steigt erfreulicherweise von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr wurden bereits 162 Robben auf der Helgoländer Düne geboren (Stand 25.12.12). In der Saison 2011/12 waren es noch 137 Geburten und im Jahr zuvor 2010/2011 nur rund 100 Geburten.

Nach der Geburt der Robben-Babys werden diese ungefähr drei Wochen von ihren Müttern gesäugt. Durch die sehr fetthaltige Milch nehmen die Robben circa zwei Kilogramm am Tag zu, so dass sie nach drei Wochen bis zu 50 Kilogramm wiegen.

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Je nach Alter wird das Jungtier strenger oder weniger streng bewacht. Gerade die jüngeren Tiere werden nur kurz allein gelassen und von der Mutter jederzeit im Blick gehalten. Jeder der zu nahe kommt wird durch lautes Knurren und diverse Zischlaute von der Mutter verjagt. Wenn man sich jedoch ruhig und rücksichtsvoll verhält kann man dennoch einige schöne Momente zwischen Jungtier und einer doch sehr entspannten Mutter beobachten.

Je älter die Tiere sind, desto häufiger findet man sie allein am Strand. Die Mutter ist dann zum Fischfang im Meer unterwegs und kommt teilweise nur bis zu zweimal am Tag zum Jungtier zurück.

Erwachsen werden

Wenn die Robben auf die Welt kommen tragen sie das berühmte cremefarbige, flauschige Fell.

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Im Alter von drei bis vier Wochen werden die Robben von der Muttermilch entwöhnt und wechseln bereits das erste Mal ihr Fell – von weiß zu grau.

Im Alter von drei bis vier Wochen werden die Robben von der Muttermilch entwöhnt und wechseln bereits das erste Mal ihr Fell – von weiß zu grau.

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Größtes Raubtier Deutschlands

Während der Säugungsphase halten die Muttertiere noch jedes Männchen auf Abstand. Einige Male konnten wir „Zankereien“ zwischen den Tieren beobachten, so dass wir auch sehr häufig Tiere mit kleineren Verletzungen oder frische Blutspuren im Sand entdecken konnten. Erst nach der Entwöhnungsphase beginnt erneut die Paarungszeit und die Muttertiere lassen die Männchen wieder näher kommen.

Auch Kämpfe zwischen rivalisierenden Männchen sind nicht selten. Wenn man diese bis über 300 Kilogramm schweren Kolosse über den Strand robben sieht, wird einem schnell wieder bewusst, dass es sich hier um das größte Raubtier in Deutschland handelt.

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Süßes Nichtstun

Der Harem eines Robbenmännchens besteht durchschnittlich aus sieben weiblichen Tieren und ihren Kindern. Besonders die Jungtiere verbringen den größten Teil des Tages damit, zu schlafen oder sich von einer Seite auf die andere zu rollen. Aber auch die größeren Tiere kann man (gerade in der Säugungsphase) am ehesten beim „Dösen“ beobachten.

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